Geräumig und hell präsentiert sich die Zuchtanlage von Udo Bode. Ein Blauer Wiener schöner als der andere. Stolz präsentiert Bode seine Blauen Wiener, die er seit 1983 in seiner Anlage in Teistungen züchtet. „Man muss schon ein Händchen dafür haben, und es steckt auch viel Arbeit drin“, sagt Udo Bode und lässt den Blick in seiner Zuchtanlage schweifen. Und diese Arbeit hat sich für ihn nun einmal mehr gelohnt. Anfang Oktober kann er sich Clubmeister nennen. „Ich bin schon mit einer hohen Erwartung nach Witzenhausen gefahren. Bei den letzten drei Schauen war ich immer Zweiter“, sagt Bode, der in Hundeshagen geboren wurde. In Witzenhausen war zur bundesweiten Clubvergleichsschau geladen. Mit solch einem tollen Ergebnis habe aber auch er nicht gerechnet. Am Ende stellte er die acht besten Tiere, erhielt dafür neben dem Pokal als Clubmeister auch den erstmals vergebenen Pokal „Die besten 8“.

582,5 Punkte mit sechs Tieren auf Clubschau des Wienerclubs Sektion Thüringen Nord

Und auch am vergangenen Wochenende hatte der Teistunger Grund zum Feiern. Auf der Clubschau des Wienerclub Sektion Thüringen Nord holte er sich die Clubmeisterschaft. Acht Tiere musste er zuvor benennen. Sechs davon gingen in die Wertung der Meisterschaft ein. Bode erhielt für seine sechs Tiere der Rasse Blaue Wiener die Traumnote von 582,5 Punkten. Fünf seiner Tiere wurden mit dem Prädikat „vorzüglich“ bewertet und drei erhielten ein „sehr gut“.

Udo Bode präsentiert in seiner Anlage ein Prachtexemplar seiner Zucht. Foto: Sebastian Grimm

In Witzenhausen musste sich Bode mit seinen Tieren einer großen Konkurrenz stellen. „Es waren Züchter aus Deutschland, Holland, Belgien, Tschechien, Polen und der Slowakei dabei.“ 775 Wienerkaninchen der verschiedenen Farbenschläge, davon 283 Tiere der Rasse Blaue Wiener, wurden den Preisrichtern vorgestellt. Darunter die vorzüglichen Tiere von Udo Bode. Neben der besten Sammlung – zu einer gehören immer vier Tiere – mit der er Clubmeister wurde und 389 Punkte holte, stellte Bode auch noch den Siegerrammler der Schau. Das Tier entsprach dem Ideal in den Augen der Preisrichter schon fast. Von 100 Punkten, die man als Bewertung erreichen kann, bekam das Prachtexemplar 98. Mit 388,5 Punkten stellte der Züchter auch eine zweite ausgeglichene Sammlung vor. Udo Bode kann man durchaus als einen Meister seines Faches bezeichnen, dies kommt nicht von ungefähr: „Mir wurde praktisch die Kaninchenzucht von meinen Eltern in die Wiege gelegt.“ Vater Helgo Bode züchtete in Hundeshagen zuletzt die Rasse Sachsengold und war Vorsitzender des Kaninchenzuchtvereins. Udo Bode startete 1968 mit der Rasse Riesenschecken in die Zucht. „Zwischendurch hatte ich auch mal die Rasse Japaner. Da wollten mir meine Eltern etwas Gutes tun“, erinnert sich Udo Bode. Auch mit dem Umzug 1977 nach Teistungen blieb er der Kaninchenzucht treu, war hier im Verein Mitglied. Jedoch durch das Studium und die Zeit bei der Armee legte Bode eine achtjährige Pause ein. 1982 startete Bode erneut durch, zunächst wieder mit Riesenschecken, doch schnell verliebte er sich in die Rasse Blaue Wiener, die nun schon seit 1983 in den selbst gebauten Ställen liebevoll von dem Eichsfelder umsorgt werden. Seine erste Zuchthäsin habe er sich von Harald Solf aus Neustadt geholt. Nach der Auflösung des Vereins in Teistungen wechselte der Spitzenzüchter zu den Duderstädter Kaninchenfreunden. „Hier war ich 26 Jahre seit 1991Mitglied und habe als zweiter Vorsitzender im Vorstand mitgearbeitet.“

20 Punkte für Spitzenrammler in der Körperform

Seit zwei Jahren gehört er nun dem Kaninchenzuchtverein Günterode an und kommt ins Schwärmen: „Allzu viele aktive Züchter sind wir zwar nicht mehr, aber auch die vielen passiven Mitglieder kommen regelmäßig zu unseren Treffen.“ Auf viele Erfolge blickt der Teistunger zurück. So stellte er auf der Bundesschau im Jahr 2003 die Siegerhäsin, zwei Jahre später den Siegerrammler bei der Bundesschau in Nürnberg. Und an dieses Tier, welches 98 Punkt erhielt, erinnert sich der Züchter ganz besonders zurück. „Der Rammler hat 20 Punkte in der Körperform bekommen. Das hatte ich danach nicht wieder.“ Als Mitglied des Vereins in Duderstadt wurde er mehrfach niedersächsischer Landesmeister. Selbstbewusst blickt er nun auf die noch anstehenden Ausstellungen. „Es wäre schön, wenn ich mal Deutscher Meister würde“, sagt Bode mit Blick auf die diesjährige Bundesschau in Karlsruhe. Vor zwei Jahren in Leipzig freute er sich über die Vizemeisterschaft und einen Klassensieger. Eine Auswahl aus seinen 60 gezogenen Jungtieren wird natürlich auch auf der offenen Kreisschau der Eichsfelder Kaninchenzüchter am 30. November und 1. Dezember in Büttstedt zu sehen sein.

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